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Samstag, 14. Januar 2012

Noch drei Outtakes von 'Bernsteingelb' und eine Vorschau auf 'Amethystviolett'?

Tut mir Leid, dass ich euch so lange auf etwas Neues hab warten lassen. Dafür gibt es gleich drei Outtakes von 'Bernsteingelb'. Damit hätte ich dann auch schon alle aufgebraucht.
Ich hoffe, ihr seid gut im neuen Jahr angekommen.
Wenn ihr wirklich eine kleine, aber feine Vorschau auf 'Amethystviolett' wollt, müsst ihr euch ein bisschen anstrengen. Erzählt einfach so vielen Leuten wie möglich von diesem Blog. Sobald die 4.000er Marke geknackt ist, gibt es die Vorschau. Na, was haltet ihr davon?
Auf myfanfiction.de habe ich übrigens die 30.000 Leser geschafft. Was für eine Zahl! Das hätte ich nie
erwartet.

Jetzt aber die Outtakes...

Outtake 4

Zu Kapitel 7: Diesen Teil habe ich rausgenommen, weil ich ihn ein wenig übertrieben und unnötig fand.

Der Duft von frischen Brötchen weckte mich am nächsten Morgen. Verwirrt rieb ich mir über die Augen und fragte mich wo ich war. Ach ja, bei Gideon. Daran hatte ich mich noch gar nicht gewöhnt. Aber wo war er?
Ich folgte dem Duft in die Küche, wo Gideon und Raphael saßen und in der Tageszeitung lasen.
„Morgen, Jungs!“, rief ich gut gelaunt.
„Guten Morgen!“, sagte Gideon. „Da ist aber jemand heute besonders gut drauf.“
Ich gab ihm einen Kuss und lächelte. „Warum denn nicht?“
Raphael ließ seinen Teil der Zeitung auf den Küchentisch fallen. „Ach, verschont mich!“
„Wo unser Blondschopf Recht hat, hat er Recht!“ Erst jetzt fiel mir Xemerius auf, der offenbar mit Raphael Zeitung gelesen hatte.
„Stress mit Leslie?“, fragte Gideon.
„Nein. Aber von eurem Herumgeturtele kann einem ja übel werden!“
„Du sagst es, Blondie!“, rief Xemerius. „In so einem Fall verschwindet man am Besten einfach.“ Er breitete seine kleinen Flügelchen aus.
Da klingelte es an der Eingangstür. Um Himmels Willen, hoffentlich war es nicht wieder Selina!
„Ich mache das schon“, meinte Gideon und ging zur Eingangstür. Kaum eine Minute später kam er wieder in die Küche – gefolgt von Charlotte.
„Was machst du denn hier?“, fragte ich meine Cousine. Pardon, Ex-Cousine.
„Lady Arista schickt mich“, antwortete sie kühl. „Sie will, dass ich mich bei dir entschuldige.“ Meiner Meinung sah sie nicht so aus, als wolle sie sich entschuldigen. „Also? Nimmst du die Entschuldigung an?“
„Welche Entschuldigung? Du hast doch noch gar nichts gesagt!“
Sie verdrehte die Augen. „Na gut. Tut mir Leid, dass ich mich so kindisch verhalten habe.“
Ich sah sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
„Du sollst wieder mit nach Hause kommen“, sagte sie. „Das will zumindest Lady Arista.“
„Richte Lady Arista aus, dass ich es vorziehe, noch ein paar Tage hier zu bleiben.“
„Wie du meinst.“ Charlotte sah aus, als wäre es ihr vollkommen egal, was ich machte. Vermutlich traf das auch zu.

Outtake 5

Zu Kapitel 11: In diesem Kapitel sollte eine neue Figur auftauchen, die ich dann aber wieder gestrichen habe.

„Schüler, ich darf euch eine neue Mitschülerin vorstellen“, verkündete Direktor Gilles.
Neben ihm stand ein Mädchen in unserem Alter. Sie hatte langes, braunes Haar und so glatt wie es war, benutzte sie bestimmt ein Glätteisen. Ihre großen Augen hatten dieselbe Farbe und irgendwie sah sie aus wie ein putziges Rehkitz. Und sie war richtig gut gekleidet. Anscheinend hatte sie noch keine Schuluniform bekommen.
„Das ist Rachelle Papillon. Sie ist gerade erst mit ihren Eltern aus Frankreich hierher gezogen.“
„Oh, Frankreich, hast du gesagt, Howard?“, fragte Mrs Counter neugierig. Das trifft sich ja gut. Raphael hat lange Zeit in Frankreich gewohnt, nicht wahr?“
Raphael nickte.
„Vielleicht setzt du dich erst mal neben ihn, Rachelle. Aber dazu müsste Leslie sich woanders hinsetzen“, meinte Mrs Counter.
„Nie im Leben!“, rief Leslie und klammerte sich an ihrem Pult fest.
„Sie kann sich auch neben mich setzen“, schlug Charlotte vor und deutete auf das leere Pult neben sich. „Ich habe ein A in Französisch.“
„Das ist toll, aber ich denke, ich spreche sehr gut Englisch“, erwiderte Rachelle. Ihr Akzent war nicht so deutlich wie der von Madame Rossini, klang dafür aber umso niedlicher.
Trotzdem setzte sie sich neben Charlotte, die ihr ein warmes Lächeln schenkte. Es war nicht ihr übliches Mona-Lisa-Lächeln, sondern ein echtes, freundliches Lächeln.
„Rachelle, wir haben gerade über die Sahara gesprochen. Du kannst, bis du alle deine Bücher bekommst, bei Charlotte mitgucken“, meinte Mrs Counter.
„Danke“, sagte Rachelle.
„So, mal sehen, wer eben aufgepasst hat“, sagte Mrs Counter dann. „Wer kann mir denn sagen, welche Staaten Afrikas Anteil an der Sahara haben?“

Nach dem Unterricht standen wir noch auf dem Schulhof und plauderten ein wenig. Die Limousine, die uns nach Temple bringen sollte, war noch nicht da, deswegen hatten wir noch ein bisschen Zeit.
Rachelle erzählte uns ein bisschen über sich. Sie hatte bis vor kurzem in Paris gelebt und ihre Familie schien ziemlich reich zu sein, weswegen sie sich immer die neuesten Designerklamotten leisten konnte. Aber sie wirkte keineswegs überheblich oder eingebildet. Nein, sie wirkte richtig nett.
„Ich war schon lange nicht mehr in London“, sagte Rachelle. „Hat vielleicht jemand heute Nachmittag Zeit, mir ein bisschen was zu zeigen?“
Die Frage war eher an Charlotte gerichtet.
„Tut mir leid, ich hab heute schon was mit Gwendolyn und Leslie vor“, antwortete Charlotte. „Aber Raphael hat vielleicht Zeit.“
Alle sahen ihn erwartungsvoll an.
Er warf Leslie einen fragenden Blick zu, doch diese zuckte bloß mit den Schultern.
„Also gut“, meinte er dann. „Wenn du willst, kann ich dir heute Nachmittag die Innenstadt zeigen.“
Da fuhr auch schon die Limousine vor.
„Wir müssen los“, sagte ich.
Leslie gab Raphael noch kurz einen Kuss. „Viel Spaß euch Beiden.“ Dann folgte sie Charlotte und mir in die Limousine.


„Da kommt ja unser neues Traumpärchen“, stellte sie trocken fest, als Raphael und Rachelle auf den Schulhof einbogen. „Mr und Mrs Frankreich.“
Ich musste lachen. „Bist du jetzt etwa eifersüchtig auf Rachelle?“
„Ich kann sie nicht ausstehen. Ihr ganzes Auftreten sieht total nach ‚Oh, ich bin ja so französisch‘ aus“, grummelte Leslie.
„Seit wann hast du was gegen Franzosen?“, fragte ich.
„Hab ich nicht. Ich hab nur was gegen sie. Sie soll bloß die Finger von meinem Freund lassen!“
Als Raphael sich uns näherte, setzte Leslie wieder ein fröhliches Lächeln auf und begrüßte ihren Freund mit einem innigen Kuss.
Rachelle blieb etwas abseits stehen.
„Wie war es denn gestern?“, fragte ich sie.
„Oh, es war wirklich toll! Raphael ist ein toller Touristenführer.“ Sie warf ihm ein charmantes Lächeln zu.
Raphael fuhr sich verlegen durch die Haare. „Ja, es war ganz nett.“
Leslie kniff wütend die Augen zusammen. „Ach, so? Was habt ihr denn gemacht?“
„Wir waren beim Buckingham Palace, in der St. Paul’s Cathedral, in der Westminster Abbey, dann haben wir uns auch noch die Houses of Parliament und den Big Ben angeguckt und später waren wir im Tower“, erzählte Rachelle.
„Schade, dass sie dich nicht gleich dort eingesperrt haben“, grummelte Leslie.
„Wie bitte?“, fragte Rachelle.
„Ach nichts“, meinte Leslie.
Ich entdeckte Charlotte, die wieder bei Cynthia und den Anderen stand. Also lief ich hinüber und stupste sie an.
„Was ist denn?“, fragte sie.
„Kannst du dich bitte mal um Rachelle kümmern?“, bat ich sie. „Ich befürchte, dass Leslie sonst noch Amok läuft.“
„Kein Problem“, meinte Charlotte.
Ich war ihr wirklich unendlich dankbar, als sie zu Rachelle sagte: „Wollen wir nicht schon hinein gehen und deine Bücher organisieren?“
„Gerne“, meinte Rachelle.
„Ach, bevor ich’s vergesse“, fügte Charlotte noch an Leslie und mich gewandt hinzu. „Ich kann heute leider nicht mit euch trainieren.“
„Warum?“, fragte Leslie.
Ihre Wangen wurden leicht rot. „Ich hab ein Date mit Gordon.“
„Hey, das ist ja Klasse!“, rief ich.
„Raphael, wenn deine Freundin wieder zu tun hat, könnten wir doch am Nachmittag etwas unternehmen. Ich wollte immer schon mal ins Globe Theatre“, sagte Rachelle.
Bevor Leslie noch zu einer Schimpftriade ansetzen konnte, sagte Raphael: „Tut mir Leid, das geht nicht. Ich hab heute auch schon was vor.“
„Schade“, meinte Rachelle enttäuscht. Dann folgte sie Charlotte in die Schule.
Leslie wirkte mehr als erleichtert.
Ich sah Raphael überrascht an. „Du kannst sie wohl auch nicht ausstehen, was?“
„Nein, das ist es nicht. Hat es dir mein Bruder noch nicht erzählt?“
„Was sollte Gideon mir denn erzählen?“, fragte ich verwirrt.
Raphael wuschelte sich wieder durch die Haare. „Unsere Mum hat uns heute zum Abendessen eingeladen. Dich und Leslie auch.“


Outtake 6

Zum Epilog: Diese erste Version vom Epilog sollte gleich an den von Smaragdgrün anschließen, im Nachhinein fand ich das aber ein bisschen langweilig und hab etwas anderes versucht (;


Epilog

London, 15. Januar 1919

Lucy saß auf einem rot gepolsterten Stuhl und sah aus dem Fenster. Mit der rechten Hand streichelte sie immer wieder über ihren Bauch. Ihr kam es vor, als wäre eine Ewigkeit vergangen, seit Gwendolyn darin gewesen war. In Wahrheit waren es nur knapp sieben Jahre. Doch sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie Gwendolyn kurz nach ihrem Sprung ins Jahr 1912 kennen gelernt hatte. Da war sie schon 16 und Lucy erst 18 gewesen. Jetzt, mit knapp 25 war Lucy wieder schwanger. Gwendolyn hatte sie erst gestern gesehen, da war sie immer noch 16 gewesen. Verrückt, dieser Zeitreisekram!
Da sah sie schon Paul die Straße entlang laufen. Lucy winkte durchs Fenster und Paul winkte lächelnd zurück. Er ging auf die Eingangstür zu ihrem neuen Heim zu und gleich darauf klingelte es. Sie musste sich nicht die Mühe geben aufzumachen, dazu hatten sie ja jetzt Luisa, das Hausmädchen.
„Hallo“, sagte Paul, als er den Salon betrat. Er ging zu Lucy ans Fenster und küsste sie.
„Na, wie läuft es mit deinem Buch?“
„Großartig! Der Verlag fängt morgen an es zu drucken.“
„Das sind ja wirklich tolle Neuigkeiten!“ Lucy freute sich mit ihm.
„Und wie geht es dir? Wie geht es dem Baby?“
Paul legte eine Hand auf ihren Bauch und sie ihre darüber.
„Ist das Ultraschallgerät eigentlich schon erfunden?“
„Ich denke nicht. War Gwenny da, während ich weg war?“
„Hast du vergessen, was wir gestern vereinbart haben?“ Lucy sah auf die große Standuhr am anderen Ende des Raumes. „Sie kommen in zwei Stunden zum Abendessen. Ich habe sie eingeladen.“
„Ich habe es nicht vergessen. Ich habe nur nicht daran gedacht.“ Paul lächelte.
„Aber zwei Stunden elapsieren und danach Abendessen? Das klingt hervorragend!“
„Luisa!“, rief Lucy.
Ein paar Sekunden später öffnete das Hausmädchen die Tür zum Salon.
„Ja, Ma’am?“
„Wir würden gerne in zwei Stunden zu Abend essen. Bis dahin wollen wir unter keinen Umständen gestört werden. Decken Sie bitte im Esszimmer. Wir erwarten zwei Personen mehr.“
„Ja. Ma’am.“
Luisa machte einen kleinen Knicks, was Paul zum Lachen brachte, und verließ den Raum wieder.
„Lach nicht, das war 1919 eben so.“, meinte Lucy.
„Es sieht trotzdem lächerlich aus.“
Paul ging auf ein großes Gemälde zu, das neben der massiven Standuhr hing und nahm es herunter. Dahinter befand sich ein Safe. Er drehte das Zahlenrädchen auf die richtige Position und das kleine Türchen schwang auf. Im Safe befand sich eine antik aussehende Kiste. Paul nahm sie heraus und stellte sie auf dem Tisch ab. Lucy schloss währenddessen die Tür ab.
„Welches Jahr nehmen wir?“, fragte er.
„Ach, überrasch mich!“, antwortete Lucy.
Es dauerte nicht lange und schon waren alle Einstellungen am Chronografen vorgenommen.
„Bereit?“
Lucy lächelte.
„Bereit, wenn du es bist.“


xoxo Graziella x3

Dienstag, 6. Dezember 2011

Nikolaus-Überraschung!

Einen fröhlichen Sankt Nikolaus Tag! Hat jeder von euch einen großen Sack voll Süßigkeiten bekommen? Nein? Nicht alle? Da braucht ihr doch nicht traurig zu sein! Hier gibt es ein kleines Geschenk von mir!
Und zwaaaar... *damdamdam*... keinen Schoko-Nikolo, sondern Outtake 2 & 3!


Outtake 2

Zu Kapitel 4: Erst sollte Leslie schon am Freitag in der Schule wieder gesund sein, dann entschied ich, dass sie doch erst zur Feier kommen sollte.

Raphael sah gleich viel wacher aus, als er Leslie am Schultor stehen sah. Wer brauchte schon Koffein, wenn es wahre Liebe gab?
Leslie strahlte richtig, als er auf sie zuging. Dann begrüßten sie sich mit einem innigen Kuss.
Cynthia und Sarah, die etwas weiter abseits standen, seufzten sehnsüchtig. Vermutlich wünschten sie sich, an Leslies Stelle zu sein.
„Gehst du schon mal vor?“, fragte sie ihren Freund. „Ich muss noch etwas mit Gwenny besprechen. Mädchensachen eben.“
Er nickte verständnisvoll und ging auf das Schulgebäude zu.
„Habe ich nicht den süßesten Freund auf der ganzen weiten Welt?“, fragte sie, als wir über den Schulhof schlenderten.
„Tut mir Leid dir das sagen zu müssen, aber du hast bloß seinen kleinen Bruder.“
Wir lachten beide fröhlich.
„Wie hast du es geschafft so schnell gesund zu werden?“
„Ach, Mum hat mich mit irgendwelchem homöopathischem Zeugs vollgestopft. Keine Ahnung, was das war, aber es scheint zu wirken!“
Sie sah immer noch kränklich blass aus, aber sie schien trotzdem irgendwie fröhlich zu sein.
„Oh, da fällt mir ein, ich hab was zu Maddys Vision gefunden.“ Sie zog ein Blatt Papier aus ihrem Rucksack. „ Es ist ein Gedicht von einem gewissen Otto Conradt. Es heißt ‚Der Amethyst’.“ Dann las sie es vor. Bei ihr klang es allerdings nicht so gruselig, wie bei Tante Maddy.
„Ja, das ist es“, sagte ich.
„Einen Amethyst gibt es im Blutkreis nicht. Oder?“
Ich seufzte. „Nicht in unserem.“
„Wie meinst du das?“
Und dann erzählte ich ihr die ganze Geschichte.


Outtake 3

Zu Kapitel 6: Als ich das schrieb, wusste ich noch nicht, dass die Schüler in Großbritannien an dem Tag frei hatten. Meine Beta-Leserin hat mich Gott sei Dank korrigiert.

Am nächsten Tag chauffierte Gideon Raphael und mich höchst persönlich bis zum Schultor. Er war auf dem Weg nach Temple, das nächste Semester würde für ihn erst in ein paar Wochen beginnen. Bis dahin hatte er jede Menge Freizeit, die er meist im Hauptquartier der Wächter verbrachte.
Wir wären fast zu spät in den Unterricht gekommen, weil in der Innenstadt dichter Verkehr herrschte. Viele waren auf dem Weg zur Westminster Abbey oder zum Buckingham Palace, um einen Blick auf das glückliche Brautpaar, Will und Kate, zu erhaschen.
Ich machte mir nicht allzu viel daraus, Gideon und Raphael schienen ähnlich darüber zu denken. Ganz im Gegensatz zu Cynthia. Die fiel mir nämlich als Erstes auf, als ich die Klasse betrat. Sie trug ein T-Shirt mit der britischen Flagge darauf, passend dazu hatte sie sich die Nägel lackiert und ihre herzförmigen Ohrringe schmückte dasselbe Muster. Na, das nenne ich mal Patriotismus!
Auch Miss Lowe schien sich mit dem Hochzeitsfieber infiziert zu haben. Sie trug zwar keine britischen Fahnen, wie Cynthia, dafür rollte sie am Anfang ihres Unterrichts den Fernseher in die Klasse und den Rest der Stunde sahen wir uns die Übertragung der Hochzeit an. Ein paar der Jungs protestierten zu Beginn noch, dann allerdings kamen sie auf die Idee, einfach die Mathe-Hausübung voneinander abzuschreiben. Miss Lowe war so verzückt von Kates Kleid (okay, ja, ich muss zugeben, dass ich es auch sehr schön fand), dass sie das gar nicht bemerkte. Sie registrierte nicht einmal, dass Gordon Papierkügelchen nach ihr warf, von denen sich einige in ihren Haaren verfingen.








Eigentlich ist der Einsendeschluss für den Wettbewerb schon diesen Samstag. Da ich aber nichts bekommen habe und Judith trotzdem ein Cover braucht, habe ich mir etwas einfallen lassen.
Der Gewinner bekommt nicht nur den Prolog und das erste Kapitel von 'Amber Yellow', sondern auch (Achtung, festhalten!) den Prolog und das erste Kapitel von 'Amethystviolett'!

Na, ist das jetzt ein etwas größerer Ansporn?
Zusätzlich wird der Wettbewerb bis 23. Dezember verlängert, der Sieger wird dann am 30. Dezember verkündet.


Und am 23. Dezember habe ich noch eine zusätzliche Überraschung für euch. Bis dahin hört ihr bestimmt nochmal was von mir.


xoxo Graziella x3

Samstag, 19. November 2011

Outtake 1

Yay! Schon mehr als 2.500 Besucher auf diesem Blog! :D Danke an euch alle!
Zur Feier des Tages gibt es das erste Outtake.

Zu Kapitel 1: Anfangs sollten Gideon und Gwendolyn heimlich von der Kirche aus Lucy und Paul besuchen. Dann fand ich allerdings, dass das während dem üblichen Elapsieren viel bequemer währe. Jetzt passt es nicht mehr in den Zusammenhang. Trotzdem wollte ich euch diesen Teil nicht vorenthalten.

Gideon war unter dem Vorwand mir in Biologie Nachhilfe zu geben, bei mir gewesen.
„Kann das nicht auch Charlotte machen?“, fragte meine Mutter, als Gideon mich nach dem Elapsieren nach Hause begleitet hatte. „Und habt ihr dafür nicht im Jahre wie-auch-immer Zeit genug?“
„Verzeihen Sie, Ma’am, das ist meine Schuld.“, sagte Gideon darauf höflich. „Ich wollte Charlotte ein wenig Arbeit abnehmen. Außerdem kenne ich mich in Biologie ziemlich gut aus.“
„Ja. Du studierst Medizin, richtig? Hat mir Gwendolyn schon erzählt.“
„Und außerdem weißt du ja, wie schwer ich manchmal von Begriff bin, nicht wahr, Mum?“ Auch wenn ich mittlerweile wusste, dass sie nicht meine leibliche Mutter war, nannte ich sie immer noch so.
„Das kann man wohl sagen!“, krähte Xemerius von oben herab. „Aber so wie ich euch beiden kenne, macht ihr etwas gaaaaanz anderes. Ich sage nur: Heuhaufen!“
Ich war richtig froh, dass niemand außer mir das hören konnte.
„Ich will den Test nächste Woche nicht in den Sand setzen.“, sagte ich noch nachdrücklich.
„Meinetwegen. In einer Stunde gibt es Abendessen. Lady Arista ist mit Glenda und Maddy in der Oper. Wenn du willst, sage ich Mr Bernhard Bescheid, dass er noch ein Gedeck für dich auflegen soll, Gideon.“
„Oh, das ist sehr freundlich, Ma’am, aber Gwendolyn und ich haben schon im Hauptquartier gegessen.“
Was nicht ganz stimmte, eigentlich hatten wir im Jahr 1965 nur ein paar Kekse verdrückt.
„Ah. Dann will ich euch mal nicht vom Lernen abhalten.“
„Lernen!? Das ich nicht lache! Die haben doch garantiert was anderes im Kopf als lernen!“, rief Xemerius und machte schmatzende Geräusche.
„Natürlich, Mum.“, sagte ich, schnappte mir Gideons Arm und zog ihn die Treppe nach oben.
Als wir bei Charlottes Zimmer vorbei kamen, ging plötzlich die Tür auf.
„Oh! Hallo, Gideon! Wusste gar nicht, dass du heute hier bist“, säuselte sie freundlich.
„Tut mir Leid, Charlotte, wir haben zu tun“, sagte ich und wollte weiter gehen, aber Gideon blieb stehen.
„Wie geht es dir?“, fragte er.
Sag mal, geht’s noch!?
Betrieb er jetzt Smalltalk mit dieser Hexe?
„Mir ging es nie besser!“, erwiderte meine Cousine, pardon, Ex-Cousine (Das klang gleich viel besser als Großcousine!).
Ich wusste genau, dass das gelogen war. Ich konnte hören, dass sie sich regelmäßig die Augen aus dem Kopf heulte. Ob es wegen ihm oder der Tatsache, dass sie nicht das Zeitreisegen geerbt hatte, war, wusste ich nicht. Vermutlich beides. Aber sobald sie ihr Zimmer verließ, war nicht der kleinste Hauch davon zu sehen. Sie setzte einfach ihr Mona-Lisa-Lächeln auf und behandelte mich wie den letzten Dreck.
„Dann ist ja gut.“, sagte Gideon und drehte sich zu mir um.
Ich sah, wie Charlottes Lächeln erstarb.
Hah!
„Komm, wir müssen lernen!“, drängelte ich.
Diesmal folgte er mir in mein Zimmer.
„Was war das denn gerade?“, fragte ich vorwurfsvoll.
„Sie tut mir irgendwie Leid.“
„Sie tut dir Leid!? Das ist eine verdammte Gifthexe!“
„Du tust ja so, als hätte sie keine Gefühle!“
„Hat sie ja auch nicht.“
Außer vielleicht für ihn.
„Was redest du da?“
„Ich kenne sie eben besser als du!“
„Ich kenne sie auch schon sehr lange.“, erwiderte er.
„Aber in deiner Gegenwart verhält sie sich anders. Du kennst sie gar nicht richtig.“
„Das glaube ich nicht.“
Nicht zu fassen! Da waren wir noch keine Woche zusammen, und schon stritten wir uns wie ein altes Ehepaar. Die Ewigkeit konnte ja heiter werden!
„Ach, Gwenny, ich will mich nicht mit dir streiten.“, sagte Gideon.
Das war doch gleich viel besser!
„Ich auch nicht.“, gab ich zu.
„Wo sind die Sachen von Madame Rossini?“, fragte er.
„Auf dem Dach.“
„Gut, gehen wir.“, sagte er und wollte Richtung Tür gehen.
„Halt!“, rief ich. „Nicht da lang. Sonst sieht uns Charlotte noch.“
„Wie willst du sonst aufs Dach kommen?“
Ich verriegelte erst die Tür, dann öffnete ich ein Fenster und zeigte nach rechts. Gideon lehnte sich nach draußen.
„Eine Feuerleiter!“
„Jep, hab ich vor ein paar Tagen gefunden.“
Na gut, Xemerius hatte sie gefunden. Komisch, dass mir die noch nicht aufgefallen war.
Gideon war schon durch das Fenster geklettert und ich folgte ihm.
„Pass auf! Da ist es rutschig!“, rief er mir zu.
Da Gideon bereits wusste, wo ich den Chronografen versteckt hatte, ging er auf den Kamin zu und zog ihn heraus. Im Kamin war auch noch eine Reisetasche mit Kleidung. Madame Rossini hatte mir am Mittwoch etwas Neues („Ihr könnt doch nischt immer mit denselben Kleidern ’erumlaufen!“) mitgegeben, nachdem ich ihr von unseren Plänen erzählt hatte. Sie war – außer Leslie und Raphael – die einzige, die davon wusste. Dieser Chronograf war der, mit dem Lucy und Paul damals in die Vergangenheit gesprungen waren.
Wir kletterten auf der Feuerleiter bis ganz nach unten und schlichen uns durch den Garten nach draußen. Ich hoffte nur, dass uns niemand dabei beobachtete.
Xemerius stieß wieder zu uns, als wir um die Ecke bogen.
„Was habt ihr denn mit Charlotte angestellt. Die ist fix und fertig!“
Mist! Das war eigentlich nicht meine Absicht gewesen, aber so kam sie wenigstens nicht auf die Idee in mein Zimmer zu gehen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn Xemerius zu Hause geblieben und dafür gesorgt hätte, dass niemand bemerkte, dass wir nicht mehr da waren. Aber was sollte der kleine Wasserspeierdämon schon anrichten? Mehr als einen Schwall Wasser auszuspucken hatte er nicht drauf.
Wir nahmen dieselbe Kirche wie immer. Gideon platzierte den Chronografen unter dem Altar uns stellte die Rädchen auf den 14. Januar 1919. Er trug einen nicht weiter ungewöhnlich aussehenden, dunkelblauen Anzug, ähnlich wie der vom letzten Mal. Er sah wieder aus wie ein Mafiosi.
Mein Kleid war aus demselben Material, wie das Letzte, allerdings in hellblau und grau. Es war wieder ein hochgeschlossenes Modell, diesmal aber schöner verziert, doch noch lange nicht so pompös wie die Mode des Rokoko.
„Bereit?“, fragte Gideon.
„Bereit, wenn du es bist.“


xoxo Graziella x3

P.S.: Wo das herkommt gibt es noch mehr (;